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Towards Paradise
Eine fotografische Untersuchung über Verlust, Würde und die Neudefinition eines persönlichen Paradieses

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Short Version

Towards Paradise begleitet Herr M., einen Mann, der nach dem Verlust von Familie, Status, Vermögen und gesellschaftlicher Sicherheit sein Leben neu ordnen muss. Ausgehend von seiner persönlichen Geschichte stellt das Projekt eine größere gesellschaftliche Frage: Was definiert unser persönliches Paradies — und was geschieht mit uns, wenn wir es verlieren?

Die Arbeit bewegt sich zwischen persönlichem Verlust, sozialem Abstieg, Erinnerung und der Suche nach neuer Würde. Sie erzählt nicht nur von einem einzelnen Schicksal, sondern von der Verletzlichkeit moderner Lebensentwürfe in einer Zeit, in der Menschen sich immer wieder neu orientieren müssen.

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Long Version

Towards Paradise ist ein fotografisches Langzeitprojekt über Herr M., einen Mann, der einst ein anderes Leben führte: geprägt von unternehmerischem Erfolg, gesellschaftlichem Status, Wohlstand und klaren Zukunftsbildern. Heute lebt er unter vollkommen veränderten Bedingungen und versucht, nach massiven persönlichen und sozialen Brüchen sein Leben neu zu organisieren.

Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, was ein persönliches Paradies eigentlich ausmacht. Ist es Wohlstand? Familie? Anerkennung? Sicherheit? Liebe? Glaube? Oder die Vorstellung, dass das eigene Leben einer bestimmten Richtung folgt? Anhand der Geschichte von Herr M. untersucht das Projekt, was mit einem Menschen geschieht, wenn dieses Paradies verloren geht — und wenn äußere Umstände die eigene Vorstellung von Zukunft radikal verändern.

Damit verweist die Arbeit über das Einzelschicksal hinaus auf eine größere gesellschaftliche Realität. In einer Zeit politischer, wirtschaftlicher und sozialer Unsicherheiten müssen sich viele Menschen immer wieder neu positionieren: durch Jobverlust, familiäre Krisen, Krankheit, finanzielle Einschnitte, gesellschaftliche Verschiebungen oder den Verlust bisheriger Sicherheiten. Towards Paradise fragt, wie Menschen reagieren, wenn das Leben nicht mehr dem Bild entspricht, das sie sich einmal davon gemacht haben.

Das Projekt entfaltet sich auf drei Ebenen.

Die erste Ebene ist die Beziehung zu seiner Mutter. Sie bildet den emotionalen Kern der Arbeit. Ihre enge Bindung, ihr Verlust, Erinnerungsorte, persönliche Gegenstände, Rituale, Friedhofsbesuche und religiöse Bezüge zeigen, wie stark diese Beziehung Herr M.s Leben geprägt hat. Der Tod der Mutter wird zu einem zentralen Bruchpunkt: ein privater Verlust, der weit über Trauer hinausgeht und seine Vorstellung von Halt, Zugehörigkeit und Zuhause erschüttert.

Die zweite Ebene betrachtet Herr M.s heutige gesellschaftliche Position. Sie fragt, wie sich ein Mensch in einer neuen Realität zurechtfindet, nachdem frühere Sicherheiten verschwunden sind. Herr M. verfügt über Bildung, eine unternehmerische Vergangenheit und die Erinnerung an ein Leben mit Einfluss und Wohlstand. Heute bewegt er sich durch andere soziale Räume: durch Behörden, Kirchen, Essensausgaben, öffentliche Verkehrsmittel, Innenstädte und Orte des Wartens. Die Kamera folgt diesem neuen Alltag und zeigt, wie Würde, Identität und Selbstbehauptung unter veränderten Bedingungen neu verhandelt werden.

Die dritte Ebene widmet sich der Neudefinition seines persönlichen Paradieses. Das Projekt sucht nach den Bildern, Orten und Spuren, aus denen Herr M. seine neue Lebenswirklichkeit zusammensetzt. Dazu gehören heutige Rituale ebenso wie frühere Schauplätze, Archivmaterial, Dokumente, Erinnerungsräume und Orte, die mit seinem früheren Leben verbunden sind. Vergangenheit und Gegenwart überlagern sich: Was war, was verloren ging und was neu entstehen könnte, existiert nebeneinander.

Towards Paradise ist kein Projekt über Armut allein. Es ist eine Arbeit über Fallhöhe, Erinnerung, Selbstbild und die Frage, wie ein Mensch nach einem tiefen Bruch weiterlebt. Sie untersucht, wie Würde entsteht, wenn alte Rollen zerfallen sind, und wie ein neues Paradies aussehen kann, wenn das frühere nicht mehr erreichbar ist.

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