
QUARK, MILCH, SCHINKEN ist ein fotografisches Projekt über eine außergewöhnliche Beziehung zwischen zwei Frauen, die über Jahrzehnte hinweg den Alltag einer Familie geprägt hat.
In Bildern und Texten erzählt das Fotobuch von Fürsorge, Verlässlichkeit und der stillen Nähe zwischen meiner Oma Leonore und der Haushälterin Frau Bolle.
Detailierte Projektinfos
QUARK, MILCH, SCHINKEN - Dieses Fotoprojetk ist meiner Oma Leonore und der Haushälterin Frau Bolle gewidmet. Es ist der Versuch, eine Beziehung sichtbar zu machen, die über Jahrzehnte hinweg den Alltag einer Familie geprägt hat – leise, konstant und voller gegenseitiger Achtung.
Frau Bolle ist seit über fünfzig Jahren in unserem Haushalt tätig. Sie begleitete mehrere Generationen, kümmerte sich um die Kinder meiner Großmutter, führte den Haushalt, kochte, organisierte und war stets präsent. Meine Oma hatte vier Kinder, von denen mehrere Texte zu diesem Buch beigesteuert haben. Ihre Erinnerungen, Beobachtungen und kleinen Alltagsgeschichten ergänzen die Fotografien und geben Einblick in ein Familienleben, das ohne Frau Bolle so nicht denkbar gewesen wäre.
Im Zentrum des Projekts steht die besondere Beziehung zwischen meiner Oma und Frau Bolle. Sie haben sich ein Leben lang gesiezt – und dennoch eine tiefe, vertraute und intensive Verbindung aufgebaut. Eine Beziehung, die sich nicht durch große Worte, sondern durch Rituale, Verlässlichkeit, gemeinsame Mahlzeiten und gelebten Alltag ausdrückt. Das gemeinsame Mittagessen um 12:30 Uhr, sorgfältig geplant und liebevoll zubereitet, wurde zum festen Ankerpunkt des Tages. Gespräche, Stille, Routinen – all das formte eine Nähe, die jenseits klassischer familiärer oder beruflicher Kategorien liegt.
Das Fotobuch dokumentiert diese Beziehung in Bildern und Texten. Es erzählt von Fürsorge, Respekt und gegenseitigem Vertrauen, von unsichtbarer Arbeit und emotionaler Verbundenheit. Gleichzeitig ist es ein Dokument über Hausarbeit, Rollenbilder und das stille Wirken von Menschen, die oft im Hintergrund bleiben, aber für das Funktionieren eines Lebens und einer Familie unverzichtbar sind.
Mit diesem Projekt möchte ich Frau Bolle sichtbar machen und meiner Oma Leonore ein Denkmal setzen – und zugleich eine Beziehung würdigen, die exemplarisch für viele ähnliche, oft ungesehene Lebensgemeinschaften steht.
Meine Oma starb am 03. Januar 2026.

















